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Mit freundlicher Genehmigung von Erich Krüger, Ratgeber für Autoren, Erscheinung in Vorbereitung.

 

 

Lieber Autor!

 

Schreiben ist eine Leidenschaft. Doch wie heißt es so schön?

"Eine Leidenschaft ist etwas, das im Regelfall auch große Leiden schafft!" Und dies kann jeder Autor, der erfolglos an die Verlagstore klopfte, durchaus nachvollziehen. Die zunehmende Hürde ist die Allmacht des Lektors. Denn die Entscheidung eines Lektors, überhaupt weiter als die ersten zehn Zeilen zu lesen, fällt oft in wenigen Sekunden. Entdeckt er zu viele Rechtschreibfehler, klingelt es sofort in seinem Hinterkopf, dass ein immens hoher Korrekturaufwand nötig wäre. Auch ein Korrektor kostet Geld, und schwupps - ist Ihr Manuskript nach einem einfachen Kosten-Nutzen-Vergleich im Altpapiercontainer.

 

Ebenso häufig sind (unglaubliche aber doch tatsächlich stattfindende) Anfragen wie:

"will ein buch schreiben, wifil zalen sie mir davür?".

Der sofortige Tod einer jeden, vielleicht auch inhaltlich noch so tollen Einsendung! Auch ein Expose sollte nur erwünschte Informationen enthalten. Gerne erscheint dann dort:

"Sie werden sehen, wie gut es ist, ich schreibe wirklich spannend und anspruchsvoll!".

Eine solche Selbsteinschätzung wirkt nicht nur sehr peinlich, sondern fordert den Lektor gerade zu heraus, seine Kompetenz zu bescheinigen. Wenn er nach diesem Satz überhaupt noch weiterliest, wird er besonders kritisch sein!

 

Daher einige Tipps, wie man den Wurf ins Altpapier aufgrund von Formfehlern beim Einreichen des Manuskripts vielleicht vermeiden kann.

 

 

Der "Knigge" der Manuskripteinreichung:

 

-Lesen Sie die Bedingungen der Einsendung aufmerksam durch und halten Sie sich penibel an diese.

Viele Einsendungen landen ungelesen im Altpapier, weil man diese Bedingungen nicht einhält.

 

-Achten Sie auf Ihre Rechtschreibung. Kleine Fehler sind zu verzeihen, aber gehäuft werden Ihnen diese das Genick brechen. Schließlich kostet den Verlag eine aufwendige Korrektur abermals viel Geld! Und bei mehreren gleichwertigen Skripten, bei denen eines vor Fehlern wimmelt? Raten Sie, welches rausfliegt!

 

-Vergessen Sie niemals ausreichende Kontaktinformationen. Was nützt ein annehmbares Skript, wenn man Sie nur über eine dubiose E-Mail-Adresse erreichen kann, die vielleicht, permanent von  "fatal-errors" geschüttelt, nicht erreichbar ist? Nach dem zweiten Versuch schon wird man es aufgeben.

 

-Bescheidenheit ist eine Tugend: SIE wollen verlegt werden, der Verlag hat grundsätzlich nur mäßiges Interesse. Benehmen Sie sich auch so. Penetrierende Anfragen im Vorfeld nach Autorenprozenten und Erscheinungslisten, um festzustellen, ob der Verlag auch "würdig" ist, Ihr Skript zu lesen und den neuen Gott am Autorenhimmel zu verlegen, sorgen meistens für ein sofortiges Aus schon mit diesen Fragen. Die innere Überzeugung, der neue Bestsellerautor von morgen zu sein, wirkt eher abschreckend. Vergessen Sie niemals, dass Sie etwas vom Verlag wollen, dieser aber leicht auf den unbekannten Neuling verzichten kann, dessen Erfolg auch bei noch so positiven Prognosen keineswegs gesichert ist.

 

-Leseproben sind schön und gut, helfen aber nicht wirklich, denn zum endgültigen Entscheid muss erst das komplette Skript nachgefordert und vom Lektor erneut gelesen werden. Etwas, das der Lektor bei Skripten, die auf der Kippe stehen, oft sein lässt. Oder kaufen Sie ein Auto, von dem man Ihnen nur den Motor zeigt?

Eine Leseprobe soll Neugier wecken, dies kann aber durch das komplette Werk genauso geschehen. Leseproben bieten daher nur Nachteile.

 

-"...sende ich Ihnen eine Leseprobe aus meinem Buch, das ich gerade schreibe!"

Wie? Das Buch ist noch nicht einmal fertig? Wie soll ein Lektor die Qualität eines Titels erkennen, der noch nicht einmal vollständig existiert?

Dieser Satz ist daher der allerbeste Katalysator für einen hochkantigen Wurf in den Mülleimer. Man wird nicht einmal Ihren Brief zu Ende lesen!

 

-Auch Form und Auftreten Ihrer Einsendung können eine Rolle spielen. Bei Dateien sind Schnörkel wie Absätze, Seitenzahlen, Kopf und Fußzeilen etc. für den Lektor eher hinderlich, da diese bei einer Annahme sowieso wieder aus dem Dokument entfernt werden müssen.

Bei Einsendungen auf Papier gilt das Gleiche. Wählen Sie auch keine übergroße Schrift oder zusätzliche Zeilenabstände. Dies vermittelt nur den Eindruck, Sie wollen eine höhere Seitenzahl erreichen. Verwenden Sie ein Format und eine Schrift, die am ehesten einer von Ihnen gewünschten Buchseite entspricht.

 

-Geben Sie dem Lektor und auch dem späteren Leser eine Chance, sich fesseln zu lassen, und zwar möglichst am Anfang!

Nach maximal zehn Seiten wird sonst der Lektor als auch der Leser mangels Spannung mit einem herzhaften Gähnen die Entscheidung zum Weiterlesen bestimmt nicht im Positiven treffen.

 

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