V E R L A G S H A U S - S C H L O S S E R
Verlagsgruppe
 Offset versus On-Demand  

 

On-Demand ist das Schlagwort, dass seit Langem durch die Medienwelt geistert und dem verzweifelten Autor die Erlösung aus der erfolglosen Verlagssuche verspricht. Der Autor soll selbst zum eigenen Verleger werden.

 

Bei dieser Lösung wird, wie der Name schon sagt, erst bei direkter Nachfrage gedruckt. Der Nachteil wird schnell deutlich: Der Besteller muss unter Umständen wochenlang auf das Buch warten und der Preis der Herstellung ist ebenfalls deutlich höher als üblich. Der Endverkaufspreis ist dann meist nicht mehr konkurrenzfähig. Des Weiteren hat der Autor bei dieser Lösung meist als Selbstverlag noch diverse andere Hürden zu meistern: ISBN-Anträge, Pflichtversand an die Staatsbibliotheken, VLB-Einträge und die Gewerbeanmeldung. Und da ist dann noch der On-Demand Anbieter, der ja auch noch eine Verkaufsprovision haben will! Alles Dinge, die bezahlt werden müssen. Vom Autor!

 

Und die Suche des Autors nach einem Verlag geht weiter. Hat man dann endlich einen Verlag gefunden, taucht oft die ängstliche Frage des Autors auf: "Wie hoch ist denn die Erstauflage?" Und in seinem zitternden Auge schimmert die Angst, dass der Partnerverlag, wie so viele andere, ebenfalls nach dem On-Demand-Prinzip arbeitet. Sicherlich gibt es das und der Vorteil des Verlages besteht in der geringen Lagerhaltung sowie in dem Umstand, dass bei einem Misserfolg kein "Totes Kapital" in seinen Kellern verrottet.

 

Im Bezug auf die Herstellungskosten ist der Offsetdruck aber immer noch ungeschlagen und ermöglicht sowohl dem Verlag eine hohe Gewinnspanne, als auch dem Autor eine angemessene Beteiligung. Doch lohnenswert ist diese Drucktechnik erst ab 1000 Exemplaren. Doch auch diese müssen erst bezahlt und anschließend gelagert werden und bilden auch gerne übrig gebliebene Berge von einigen Hundert, die in den Verlagskellern irgendwann vom Schimmel bedeckt werden.

 

Die Lösung für den Verlag ergibt sich aus der Kombination moderner Drucktechniken mit bewährten Verfahrensweisen. Durchaus sinnvoll ist es, die neuen Laserdrucktechniken die für das Book-On-Demand verwendet werden zu nutzen, um so auch für den Verlag das Risiko eines neuen Autors mit unsicheren Absatzerwartungen auf sich nehmen zu können. Der Druck von kleinen Schüben von 100-200 Stück gewährleistet hier moderate Herstellungs- und Abverkaufspreise, verringert die Lagerhaltungskosten und vermeidet totes Kapital. Und sollte sich der neue Titel doch als Kassenschlager herausstellen, ist es nach der Erstellung der Druckvorlage binnen weniger Tage möglich, tausende Exemplare nachzudrucken und so jede Nachfrage zu decken.

Die vielgefürchtete Frage des Autors an den Verlag nach der Höhe der Erstauflage ist also ein unwichtiges Überbleibsel aus der Vorzeit, welches heut zu Tage einfach nicht mehr wichtig ist. Vorrausgesetzt natürlich, man arbeitet wirklich mit Schüben zu Hunderten.

 

Wichtig ist einzig, ob generell wirklich On-Demand im strengen Sinne oder in Kleinauflagen produziert wird. Etwas, das Sie am Endverkaufspreis und der Lieferfrist schnell ableiten können. Irrtümlicherweise werden hierbei Kleinauflagen gerne dem On-Demand Prinzip zugeordnet. Dies ist aber nicht richtig, da man sich hier nur der Drucktechnik und einer Risikominderung bedient, aber alle Vorteile der Großauflage immer noch beibehält. Ein Verfahren, das sich zweifellos in Zukunft durchsetzen wird.